Frauen im italienischen Musikbusiness

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Cecilia Bartoli ist eine der berühmten Musikerinnen aus Italien. Aber weibliche Musikstars sind absolute Ausnahmeerscheinungen in einem Land, in dem die Musikwelt immer noch primär von Männern dominiert wird. Eine Realität, unter der viele Frauen leiden, die in der Musikindustrie Karriere machen wollten. Unter dem Titel „Frauen in der kreativen Industrie – Das gender gap in der italienischen Musikindustrie“, analysiert die Mailänder Soziologin Alessandra Micalizzi zum ersten Mal umfassend diese italienische Realität.
„Es gibt keinen Unterschied in der gravierenden Benachteiligung von Frauen in der ernsten und leichten Musik. Für meine Untersuchung habe ich alle verfügbaren statistischen Erhebungen zur Präsenz von Frauen in allen Bereichen der italienischen Musikindustrie und Musikkultur ausgewertet“

Quelle: Alessandra Micalizzi

Unter dem europäischen Durchschnitt

Für Alessandra Macalizzi ist schon der Umstand frustrierend, dass in Italien nur sehr wenige statistische Erhebungen zur Situation der Frauen im Kulturleben im Allgemeinen und in der italienischen Musikindustrie und Musikkultur im Besonderen vorliegen. Micalizzi zufolge müsse man in Italien von einem tiefen gender gap sprechen:
„Die in Italien erhobenen Werte weiblicher Präsenz in allen Bereichen der Musikkultur liegen ganz allgemein unter dem europäischen Durchschnitt. Ein eklatantes Beispiel dafür ist die verschwindend geringe Zahl von Dirigentinnen. Weniger als 3 Prozent sind weiblichen Geschlechts“

Quelle: Alessandra Macalizzi

Frauen spielen fast immer nur die zweite Geige

Laut der Soziologin existiere in Italien immer noch eine Dominanz von Männern in sämtlichen Bereichen der Musik, der leichten wie der ernsten: überall finden sich verschwindend wenig Texteschreiberinnen, Instrumentalistinnen, Managerinnen, Orchestermusikerinnen und Konzertmeisterinnen. In Trios, Quartetten, Quintetten oder anderen Ensembleformationen machen Frauen nur rund 9 Prozent aus. In ihrer Studie erklärt Alessandra Macalizzi, dass Frauen, die in Karriere machen, fast immer an eine Art unsichtbare Glaswand stoßen: Karriere ist nur möglich bis zu einem bestimmten Aufstiegslevel. So leiten Frauen zwar musikalische Projekte an Theatern oder bei Festivals, aber in Italien gibt es keine einzige Intendantin eines Opernhauses oder einer Konzertvereinigung.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Die in Rom lebende Italo-Französin Monique Veaute und die italienische Komponistin Lucia Ronchetti sind große Ausnahmen. Veaute leitet seit einem Jahr das Festival dei due Mondi in Spoleto und Ronchetti ist seit vergangenem Jahr künstlerische Leiterin der Musik-Biennale in Venedig. Auch Regisseurinnen im Bereich Oper sind absolut selten in Italien. Die einzige bekannte Frau im Bereich Oper und Regie ist die Sizilianerin Emma Dante.
„Das Problem des gender gap in der Musikkultur wird in Italien nur selten thematisiert. Solange die kulturpolitisch Verantwortlichen nicht gezielt Frauen für bestimmte Positionen fördern, wie etwa mit einer Frauenquote, wird sich auf lange Sicht nichts ändern“

Quelle: Alessandra Micalizzi

Frauen sind auf Entscheidungskraft der Männer angewiesen

Italiens Kulturminister Dario Franceschini will an dieser Realität etwas ändern. Er ist damit eine seltene Ausnahme in Italien. Einer Umfrage der italienischen Kulturverwertungsgesellschaft SIAE zufolge sind rund 88 Prozent aller Entscheidungsträger in der Musikkultur Männern. Franceschini machte die Komponistin Lucia Ronchetti mit ihrer Ernennung zur Leiterin der Musik-Biennale in Venedig zur einflussreichsten Frau in der zeitgenössischen Musikszene Italiens. Und er machte mit der international angesehenen Kulturmanagerin Monique Veaute eine Frau zur Chefin eines der berühmtesten Festivals des Landes, wohlwissend, dass sie in der Tradition von Festivalgründer Gian Carlo Menotti wieder mehr Gewicht auf Musik legt – im Unterschied zu ihren männlichen Vorgängern.

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